Vertrauen

 

 

Laut Definition ist Vertrauen die subjektive Überzeugung über die

 

 Richtigkeit von 

  • Denkweisen
  • Einsichten
  • Handlungen
  • Ereignissen 

 

und anderen Dingen. Vertrauen bezieht sich unter anderem auch auf Menschen

 

  • Kann man diesem Menschen vertrauen? 

 

Das Vertrauen ist subjektiv und somit sehr persönlich. Selbst, wenn andere Menschen sagen, dass ein anderer Mensch vertrauenswürdig ist, kann man dies nur selbst empfinden. Ob man einem Menschen vertraut, versucht zuerst das Denken zu entscheiden. Doch Vertrauen kommt aus der Tiefe unseres Seins. Die Gefühle des Vertrauens kommen von unseren Wurzeln her. Tief in unserem Inneren kommen beispielsweise Überzeugungen, dass Menschen vertrauenswürdig sind, das Leben gut läuft und Dinge richtig sind. So ist es menschlich, dass man nicht jedem Menschen vertrauen kann. Das Vertrauen in das Leben und in andere Menschen hat viel mit Loslassen zu tun. Man gibt sich gewissen Dingen und Menschen hin, denen man vertraut. Für das innere Vertrauen braucht es tiefe Wurzeln. Sind diese inneren Wurzeln nicht vorhanden oder nicht gefestigt, so möchte sich der Mensch gerne absichern. Es werden Verträge geschlossen, um etwas festzulegen. Würde man den anderen vertrauen, so bräuchte es keine Verträge. Es würde der früher gemachte Handschlag und das gegebene Wort genügen, um Dinge zu besiegeln. Leider hat sich die Mentalität der Menschen stark verändert und Aussagen, die nicht schriftlich belegt sind, können leicht widerrufen werden. Das auf diese Weise gebrochene Vertrauen in Menschen wird daraufhin durch das Denken abgespeichert und führt auf Dauer zu Misstrauen in die Menschheit.

Das Thema Vertrauen bezieht sich auch auf einen selbst. 

 

  • Kann man sich selbst vertrauen?

 

Selbstvertrauen ist das Vertrauen in sich selbst und sein

  • Denken
  • Fühlen
  • Handeln

 

Kann man seinem Denke und seinen Gefühlen vertrauen? In einigen Dingen ist man sich vielleicht nicht sicher und versucht, dies durch das Denken zu erklären. Das Denken schaltet sich ein und fordert Erklärungen und Beweise. Doch oft wird dadurch das Bauchdenken und das Gefühl übergangen. Mit Vertrauen ist kein „blindes Vertrauen“ gemeint. Es ist vielmehr eine balancierte Verbindung von Bauch, Herz und Gehirn. Hierbei ist das Herz der Vermittler.

 

Was dem Vertrauen entgegen steht ist die Angst. Die 

  • Angst, es nicht richtig zu machen. 

 

Bei Vertrauen würde sich die Angst verlieren. Doch fehlen hier meist die tiefen inneren Wurzeln des Menschen. Fehlende Wurzeln führen zu Unsicherheiten und Ängsten. Deswegen sichert sich der Mensch ab. Er versucht, die Kontrolle über das Leben zu bekommen und jagt dieser Illusion hinterher. Ständiger Energieverlust durch dieses Tun führt zu weiterer Angst und mangelndem Vertrauen. Die Fragen

  • Wie geht es im Leben weiter? 
  • Wird mein Leben gut verlaufen?
  • usw.

beschäftigen die meisten Menschen.

Dieses Vertrauen in das Leben lässt sich nicht durch äußere Aktivtäten und Besitz aufbauen. Man kann das Vertrauen nur herstellen, wenn man seine eigenen Wurzeln stärkt. In unserer Gesellschaft wird die Angst gerne genutzt, um Geld damit zu machen. Ärzte und Firmen erzeugen Angst, um Medikamente zu verkaufen. Versicherungen erzeugen das Gefühl von Angst und Unsicherheit, damit Verträge geschlossen werden. Mangelndes Vertrauen führt dazu, dass diese Menschen einen überreden können, um Dinge zu kaufen und sich zu binden. Bindung erzeugt das Gefühl von Sicherheit. Doch leider auch Abhängigkeit

 

 

Sind die Wurzeln stark, so braucht der Baum den Wind nicht fürchten.

 

 

Würde der Mensch vertrauen, so würde er sich nicht in dem Übermass absichern müssen. Im Yoga vertraut der Suchende auf die Shakti, die göttliche Energie. Sie führt den Suchenden durch das Labyrinth des Lebens. Dies erfordert das Loslassen des Egos. Das Denken wird niemals wirkliches Vertrauen aufbauen können.

Loslassen wurzeln im Loslassen des Lebens. Man muss versuchen, jeden Augenblick „zu sterben“ und alles immer wieder loszulassen. Das bedeutet, im Augenblick zu Leben. Im Augenblick, wo es keine Angst mehr gibt. Um loszulassen müsste man nur die Hand öffnen, doch die Angst, Dinge zu verlieren führt zu Verkrampfung und man hält fest. Der Mensch hält am Leben fest, hält an der Gesellschaft und dessen Strom fest. Er wird zu einem Herdentier ohne Eigenständigkeit, da er nicht in sich selbst vertraut.

 

Vertrauen hängt gemäß dem Yoga mit dem Muladhara-Chakra zusammen. In diesem Chakra befinden sich die Wurzeln. Aktivert man dieses Chakra, so erzeugt man Wurzeln, Mut und Stabilität. Die Kundalini-Shakti wird geweckt und beginnt den Suchenden zu führen. Übungen hierfür wären beispielsweise Mula-Bandha, Löwe und Virasana. Sie stabilisieren, erzeugen Mut und Vertrauen.